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Bildung und Teilhabe

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können seit dem 01.01.2011 Leistungen für Bildung und für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft erhalten. Dazu zählen die Kosten für Klassenfahrten, für Schulbedarf oder die Mitgliedsbeiträge für den Sportverein. Einen Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket haben sie, wenn sie

  • in einer Familie leben, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) oder Asylbewerberleistungsgesetz, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Sozialhilfe bezieht,
  • eine Kita, allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und
  • keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Leistungen für Bildung gibt es bis zu einem Alter von einschließlich 24 Jahren. Diese Altersbeschränkung und der Leistungsausschluss bei Bezug von Ausbildungsvergütung gelten nicht für Leistungsberechtigte nach dem SGB XII (Sozialhilfe). Die Leistungen für Teilhabe werden bis zum Alter von einschließlich 17 Jahren gewährt.

Für die Inanspruchnahme von Leitungen für Bildung und Teilhabe ist kein gesonderter Antrag erforderlich. Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes gestellt haben, haben Sie gleichzeitig die Leistungen für Bildung und Teilhabe mit beantragt. Lediglich die Übernahme der Kosten für die Lernförderung muss separat beantragt werden.

Leistungsbezieher von Kinderzuschlag, von Wohngeld, nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder nach dem Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch können ebenso folgende Leistungen beziehen.

Eintägige Ausflüge und mehrtägige Fahrten

Die Kosten für Ausflüge und Klassenfahrten werden übernommen für

  • Schülerinnen und Schüler, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen, wenn sie
    • keine Ausbildungsvergütung erhalten und
    • das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Kinder, die eine Tageseinrichtung besuchen oder für die Kindertagespflege geleistet wird.

Ihrem Antrag müssen Sie eine Bescheinigung der Schule oder Kindertageseinrichtung beifügen.

Wenn die Leistung bewilligt wird, erhalten Sie einen Bescheid vom Jobcenter und die Zahlung erfolgt direkt an die Schule oder Kindertagesstätte. Dabei werden die tatsächlichen Kosten berücksichtigt; Taschengelder für zusätzliche Ausgaben müssen Sie selbst übernehmen.

Schulbedarf

Kosten für den Schulbedarf werden für Schülerinnen und Schüler übernommen, die

  • eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen
  • keine Ausbildungsvergütung erhalten und
  • das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Zur persönlichen Schulausstattung gehören: Schulranzen, Schulrucksack, Sportzeug, Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien wie Füller, Kugelschreiber oder Bastelmaterial.

Für Kinder im Alter vom vollendeten 6. bis 15. Lebensjahr wird der Schulbesuch wegen der bestehenden Schulpflicht unterstellt. Erst mit dem Eintritt in die Jahrgangsstufe 10, spätestens ab Vollendung des 15. Lebensjahres, müssen Sie den Schulbesuch Ihres Kindes nachweisen. Wichtig ist hierbei, welche Schule in welcher Jahrgangsstufe besucht wird und das voraussichtliche Ende des Schulbesuches.

Die Höhe des anerkannten persönlichen Schulbedarfs wird pauschal berechnet (regelmäßig zum 01.08. des Jahres: 103 Euro und zum 01.02. des Jahres: 51,50 Euro). Die Leistung wird an die Berechtigten ausgezahlt.

Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben

Anspruch auf diese Leistungen, um am sozialen und kulturellen Leben teilhaben zu können, haben Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Anerkannt werden dabei monatlich 15 Euro für:

  • Mitgliedsbeiträge in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit (zum Beispiel Sportverein),
  • Unterricht in künstlerischen Fächern (zum Beispiel Musikunterricht), 
  • Aktivitäten der kulturellen Bildung (zum Beispiel museumspädagogische Angebote oder Theaterworkshops),
  • Teilnahme an Freizeiten (zum Beispiel Fahrten von Jugendgruppen, Pfadfindern).

Die Leistungen erhalten die Berechtigten in Form von Gutscheinen. Jeder Gutschein besteht aus perforierten Einzelabschnitten von 15,00 Euro für jeden Monat des Bewilligungszeitraumes. Als zukünftige Akzeptanzstelle können Anbieter von Teilhabeleistungen sich beim Landkreis Oberhavel registrieren lassen. Sie werden dann - auf Wunsch - in unsere Listen der Akzeptanzstellen eingetragen und nach Branchen, Anbieternamen oder Postleitzahlen sortiert.

Die Informationen zur Registrierung von Anbietern und zur Abrechnung der Gutscheine haben wir in einem Merkblatt zusammengestellt.

Das Formular zur Abrechnung unserer Gutscheine finden Sie hier.

Mittagessen

Anspruch auf die Zahlung eines Mittagessens haben

  • Schülerinnen und Schüler, die
  • eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten,
  • das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
  • an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung teilnehmen, die von der Schule organisiert wurde.

Anspruch auf die Zahlung eines Mittagessens haben

Kinder, die

  • eine Tageseinrichtung besuchen oder für die Kindertagespflege geleistet wird und
  • die an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung teilnehmen.

Für die Inanspruchnahme von Mittagessen reichen Sie bitte das Formular vollständig ausgefüllt und unterschrieben beim Jobcenter Oberhavel ein.

Lernförderung

Anspruch auf Lernförderung haben

Schülerinnen und Schüler,

  • die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen,
  • die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • die keine Ausbildungsvergütung erhalten
  • und bei denen die Lernförderung geeignet und zusätzlich erforderlich ist, um die nach den schulrechtlichen Bestimmungen festgelegten wesentlichen Lernziele zu erreichen.

Wichtig hierbei ist, dass es keine geeigneten schulischen Angebote zur Lernförderung gibt. Zusätzlich zum Antrag auf Lernförderung muss die Schule eine Bescheinigung über den Lernförderbedarf sowie den Förderumfang ausfüllen.

Schülerbeförderung

Anspruch auf Schülerbeförderung haben

Schülerinnen und Schüler, die

  • eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen,
  • das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
  • keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Die Schülerjahreskarte muss rechtzeitig vor Schuljahresbeginn in der Schule beantragt werden. Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss die Rechnung der Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH zusammen mit dem Antrag auf Bildung und Teilhabe anschließend beim Jobcenter Oberhavel eingereicht werden. Mehr dazu erfahren Sie unter: Schule im Landkreis