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Ministerpräsident Dietmar Woidke auf Sommertour durch Oberhavel

Landrat Ludger Weskamp stellt dem Landesoberhaupt Investitionen und Leitprojekte vor

Besuch im Ziegeleipark in Mildenberg: Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) besichtigt den Ringofen im Ziegeleipark gemeinsam mit Landrat Ludger Weskamp (Mitte), Zehdenicks Bürgermeister Bert Kronenberg (l.) und Ziegeleiparkchef Roy Lepschies (2.v.r.).

© Landkreis Oberhavel

Der Urlaub am und auf dem Wasser ist eine der starken Säulen des Tourismus in Brandenburg und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Coronapandemie hat dazu geführt, dass Urlaub in der Heimat wieder modern geworden ist. Der Raum der Angebote, sich auf und neben dem Wasser zu erholen, ist so vielfältig wie das Flächenland Brandenburg selbst. Stellvertretend für das gesamte Land Brandenburg fand heute unter dem Motto „Wassertourismus in Brandenburg“ in Oberhavel die traditionelle Sommer-Tourismus-Pressefahrt von Ministerpräsident Dietmar Woidke statt. Landrat Ludger Weskamp und sein Stellvertreter Egmont Hamelow stellten dem Landesoberhaupt Investitionen und Leitprojekte der Region vor Ort vor.

Zuerst ging es für den Ministerpräsidenten zum Ziegeleipark Mildenberg, der durch den Landkreis Oberhavel und seine Wirtschaftsförderungsgesellschaft WInTO GmbH betrieben wird. Hier konnte er sich von der gelungenen Symbiose aus Wassertourismus und Freizeitpark überzeugen. Neben dem neuen Hafen mit Hausboot- und Freecamper-Angebot, einem Besuch des alten Ringofens sowie einer Fahrt mit der Ziegeleibahn, konnte sich der Ministerpräsident ebenso von den regionalen Köstlichkeiten – zubereitet durch das Restaurant „Alter Hafen“ – überzeugen. Anschließend ging es für das Landesoberhaupt weiter zum Langen Trödel nach Liebenwalde und von dort nach Oranienburg, wo er sich die Entwicklung des Stadthafens der Kreisstadt näherbringen ließ.

„Wir freuen uns sehr, dass Ministerpräsident Woidke in diesem Jahr Oberhavel für seine Sommertour ausgewählt hat. Die Wasserwirtschaft ist, insbesondere für die Tourismusbetriebe im Norden des Landkreises, einer der Wirtschaftsfaktoren schlechthin. Ein Besuch des Ministerpräsidenten vor Ort ermöglicht es uns, nicht nur unsere Glanzprojekte zu präsentieren, sondern auch einmal darüber ins Gespräch zu kommen, wo wir dringend Unterstützung von Landesseite erhoffen“, sagte Landrat Ludger Weskamp.

Die Entwicklung des Wassertourismus im Norden Brandenburgs wird kreisübergreifend (Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Barnim) durch das Projektbüro der WIN-AG (Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg) vorangetrieben, das bei der WInTO, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Oberhavel angesiedelt ist. Die WIN-AG versteht sich als Infrastruktur-Entwicklungsgesellschaft für den Wassertourismus in der Region.

Ziel der WIN ist die Entwicklung eines führerscheinfreien Charterbootrevieres mit über 300 KIlometern Fahrtstrecke, unter anderem von Eberswalde über Oranienburg durch den Ruppiner Kanal bis nach Neuruppin. Schlüsselprojekte wie der Werbellinkanal, der Lange Trödel und die Schleuse Friedenthal spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Besuch im Ziegeleipark in Mildenberg: Begrüßung des Ministerpräsidenten am Hafen am Ziegeleipark durch Landrat Ludger Weskamp.

© Landkreis Oberhavel

Finowkanal und Langer Trödel

Mit der Wiedereröffnung des zehn Kilometer langen Finowkanalabschnitts „Langer Trödel“ 2016 wurde der Lückenschluss von der Oberen Havel zum historischen Finowkanal Realität. Der Finowkanal ist damit auf 42 Kilometern wieder durchgängig schiffbar und führerscheinfrei mit Charterbescheinigung befahrbar. Damit wurde ein zentrales Projekt der WIN-AG umgesetzt. Der fast 100 Jahre ungenutzte Kanalabschnitt zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse war von 2013 bis 2015 nach einem intensiven Planungsprozess wiederhergestellt worden. Der Lange Trödel führt in weiten Teilen durch Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet. Die Wassersportler und Gäste finden hier eine harmonische Landschaft mit seltenen Tierarten wie Biber, Fischotter und Eisvögeln vor.

Wie attraktiv diese Wasserstraße ist, zeigen die Nutzerzahlen: Seit seiner Eröffnung 2016 wurde eine kontinuierliche Zunahme der Schleusungen verzeichnet. In der Saison 2020 wurden knapp 2.700 geschleuste Boote an der Zerpenschleuse verzeichnet. Dies entspricht einer Steigerung um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Stadthafen Liebenwalde

Ein touristisches Schlüsselprojekt ist auch der Stadthafen Liebenwalde, der im Jahr 2014 eröffnet wurde. Das Projekt umfasst die Errichtung eines Wasserwanderrastplatzes mit Sanitär- und Aufenthaltsgebäude sowie Stellplätzen. Die Gesamtkosten von nahezu 1,8 Millionen Euro hat das Land Brandenburg mit mehr als 1,1 Millionen Euro mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsförderung sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Der Hafen bietet heute 32 Bootsanlegeplätze, 11 Wohnmobilstellplätze sowie ein Hafenbistro.

Für den Finowkanalabschnitt „Langer Trödel“ zwischen Zerpenschleuse und Liebenwalde wurden inklusive des Baus einer Schleusenanlage, zweier Klappbrücken und einer Hubbrücke Investitionen in Höhe von 17 Millionen Euro getätigt.

Neubau Schleuse Friedenthal

Einen weiteren zentralen Lückenschluss stellt der geplante Neubau der 1959 zugeschütteten Schleuse Friedenthal dar. Durch sie wird der Ruppiner Kanal wieder an das Zentrum Oranienburgs mit seinem attraktiven Schlosshafen und im weiteren Verlauf über die Oranienburger Havel an die Havel-Oder-Wasserstraße angebunden. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund, der 50 Prozent der Gesamtkosten übernimmt, und der Stadt Oranienburg wurde im Dezember 2018 unterzeichnet. Das Land Brandenburg beteiligt sich mit rund 3,1 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 geplant. Eine Inbetriebnahme im Spätsommer 2023 ist das Ziel.

Weitere Informationen:

www.win-brandenburg.de

www.finowkanal.info

Ministerpräsident Dietmar Woidke auf Sommertour durch Oberhavel.

© Landkreis Oberhavel