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Integration

Im Landkreis Oberhavel leben viele neu zugewanderte Menschen, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind. Sie stehen vor der Herausforderung, Deutschkenntnisse zu erwerben, die Bestimmungen des Grundgesetzes kennenzulernen, neue Bekanntschaften zu schließen, den Arbeitsmarkteinstieg zu schaffen und zugleich ihre Kinder beim Ankommen im schulischen Alltag zu unterstützen.

Mit dieser Seite möchte der Fachbereich Soziales und Integration unter anderem:

  • über laufende, geplante und frei zugängliche Integrationsmaßnahmen informieren
  • gesetzliche Regelungen erläutern
  • auf Fördermittel für Integrationsmaßnahmen hinweisen
  • Angebote der non-formalen Bildungsarbeit präsentieren

Projekt der Kreismusikschule für ukrainische Geflüchtete

Am Samstag, 04.06.2022, um 16.00 Uhr lädt die Kreismusikschule Oberhavel in den Kultursaal des Oranienwerkes (Kremmener Straße 43, 16515 Oranienburg) ukrainische Geflüchtete zu einem Konzert ein. Die Gäste lernen bei diesem Konzert ukrainische Musikerinnen kennen, die die Geflüchteten künftig unterstützen möchten: Ab Juni haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der Ukraine die Möglichkeit, folgende Unterrichtsangebote wahrzunehmen:

  • Klassischer Gesang
  • Pop-Gesang
  • Musiktheorie
  • Klaviersolo
  • Stimmbildung
  • Singen in Ensembles

Im Auftaktkonzert am 04.06.2022 werden diese Angebote vorgestellt. Informationen in ukrainischer Sprache können hier aufgerufen werden.

Möglichkeiten für den Spracherwerb

Die Übersicht der Sprach- und Integrationskurse wurde aktualisiert und kann auf dieser Webseite unter Dokumente heruntergeladen werden.

Die TüftelAkademie hat ein Bildwörterbuch erstellt, um ukrainischen Geflüchteten sowie freiwilligen Helferinnen und Helfern die Kommunikation untereinander zu vereinfachen. Das Bildwörterbuch kann hier heruntergeladen werden. 

Solange Sie noch auf den Start Ihres Integrationskurses warten, besteht die Möglichkeit, Deutsch mit Hilfe des kostenfreien Lernportals des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e. V. (www.vhs-lernportal.de) selbstständig zu lernen. Ab sofort sind alle Deutschkurse bis einschließlich Niveau B1 im vhs-Lernportal auch auf Ukrainisch verfügbar. Die Anmeldemaske, die Bedienoberfläche und alle Aufgabenstellungen wurden ins Ukrainische übersetzt. Zum Lernen werden lediglich ein Smartphone und ein Internetzugang benötigt. Zu jedem Deutschkurs gibt es zudem passende Apps, mit denen auch offline gelernt werden kann. Die Apps sind ebenfalls in einer ukrainischen Version verfügbar. Informationen zur Registrierung auch in ukrainischer Sprache finden Sie hier.

Lingoda bietet ebenfalls kostenlose Online-Kurse an. Die Kurse finden an sieben Tagen pro Woche statt. Jeden Tag zwei Mal: um 10.00 und 16.00 Uhr. Teilnehmende erhalten zudem kostenloses Lernmaterial. Interessenten können sich per E-Mail unter helpukraine@lingoda.com anmelden. Ausführliche Informationen in ukrainischer und russischer Sprache finden Sie hier.

Kostenlose Sprachkurse sowie Kurse zur beruflichen Orientierung bietet das Institut für Berufliche Bildung an. Ausführliche Informationen in deutscher und ukrainischer Sprache finden Sie hier.

Die kostenlose Sprachlern-App Babbel unterstützt Geflüchtete beim Spracherwerb. Ausführliche Informationen dazu in ukrainischer Sprache finden Sie hier. Eine weitere kostenlose Sprachlern-App ist Jicki. Ausführliche Informationen dazu in ukrainischer Sprache sind hier zu finden.

Familiensporttag für ukrainische Geflüchtete

Ab sofort findet jeden zweiten Samstag, von 14.00 bis 17.00 Uhr, in der Sporthalle der Torhostschule (Walther-Bothe-Straße 30,16515 Oranienburg) der Familiensportag des Familien-Sport-Vereins Oberhavel e.V. für ukrainische Geflüchtete statt. Die nächsten Termine sind am 14.05., 28.05., 11.06. und 25.06.2022. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden. Der Flyer in ukrainischer Sprache kann hier aufgerufen werden, der Flyer auf Russisch ist hier zu finden.

Finanzielle Unterstützung ehrenamtlicher Willkommensinitiativen durch die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Willkommensinitiativen können bei der Integrationsbeauftragten des Landes bis zu 2.000 Euro für die Durchführung von integrativen Veranstaltungen, Freizeitangeboten, niedrigschwelligen Beratungs- und Betreuungsangeboten, des Deutschunterrichts sowie für die Begleitung bei Behördengängen beantragen. Ausführliche Informationen zur Antragsstellung können hier aufgerufen werden.

Förderung von Integrationsmaßnahmen aus dem Europäischen Asyl-, Integrations- und Migrationsfonds (AMIF)

Die zur Verfügung stehenden Mittel aus dem AMIF können auch zur Aufnahme und Integration von Geflüchteten aus der Ukraine eingesetzt werden. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Informationsangebote und Übersetzungsleistungen sowie Einsatz von Sprachmittelnden im Zuge der Aufnahme, Versorgung und Erstintegration
  • Maßnahmen zur Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Schutzsuchenden
  • Betreuung schutzbedürftiger Migrantinnen und Migranten
  • Maßnahmen zur Förderung und Eingliederung von Frauen in die Gesellschaft
  • Kompetenzförderung der Eltern
  • Beratung, Betreuung, Begleitung und Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Angebote für die ältere Generation der Kriegsflüchtlinge
  • Förderung der aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
  • Stärkung des Ehrenamts
  • Ergänzende Maßnahmen zu Integrationskursen und zur Erstorientierung

Zur Zielgruppe der Integrationsmaßnahmen zählen neben den ukrainischen Geflüchteten auch Asylsuchende nach Artikel 16a, Personen mit Flüchtlingsstatus oder subsidiärem Schutzstatus im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU, anerkannte Asylberechtigte, Drittstaatsangehörige, die vorübergehenden Schutz im Sinne der Richtlinie 2001/55/EG genießen und Personen, die aus humanitären Gründen aufgenommen wurden. Darüber hinaus haben auch Personen mit einer Duldung, die eine Berechtigung zur Teilnahme an einem Integrationskurs bzw. Berufssprachkurs haben, den Zugang zu den Integrationsmaßnahmen. Möglich sind Maßnahmen, an denen sowohl EU-Bürger, als auch anerkannte Geflüchtete und geduldete Personen teilnehmen.

Zuwendungsempfangende Stellen können juristische Personen des öffentlichen und des Privatrechts sowie Personengesellschaften sein. Die zuwendungsempfangende Stelle ist für die Projektumsetzung verantwortlich und schließt gegebenenfalls Kooperations-vereinbarungen mit den am Projekt beteiligten Trägern.

Die maximale Projektlaufzeit beträgt 36 Monate. Die jährliche Mindestfördersumme beträgt 100.000 Euro. AMIF gewährt 75 % der förderfähigen Gesamtausgaben. Der Beitrag aus dem AMIF kann auf 90 Prozent der Gesamtsumme erhöht werden. Der Eigenanteil kann durch Drittmittel finanziert, jedoch nicht durch Sachleistungen erbracht werden. Förderfähig sind unter anderem Personal- und Honorarausgaben, Mietkosten sowie Verbrauchs- und Versorgungsgüter.

Die Genehmigung des Nationalen Programms für den AMIF steht noch aus, der Förderaufruf wird voraussichtlich im Mai 2022 veröffentlicht. Unabhängig davon ist es jedoch bereits jetzt möglich, im Rahmen des vorzeitigen Maßnahmenbeginns mit Projekten zu starten. Bei Fragen hierzu kann das für Brandenburg zuständige AMIF-Bewilligungszentrum kontaktiert werden. Alle Detail- und Kontaktinformationen können hier aufgerufen werden. Informationen zu möglichen Projekten für Menschen aus der Ukraine finden Sie hier.

Online-Sprachcafé

Die Zehdenicker Begegnungsstätte „Hallo Nachbar“ führt jeden Mittwoch von 18.00 bis 19.00 Uhr das Online-Sprachcafé durch. Teilnehmen können sowohl neu zugewanderte Menschen aus Oberhavel, die ihre Sprachkenntnisse festigen möchten, als auch deutsche Muttersprachlerinnen und Muttersprachler, die gern Kontakte zu neuen Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises knüpfen möchten. Gesprochen werden soll über verschiedene Themen des Alltags.  Um zum Sprachcafé zu gelangen, klicken Sie bitte auf Webseite www.hallo-nachbar-zehdenick.de. Bitte wählen Sie auf dieser Webseite den Themenbereich „Sprachcafé und Chat“ und geben den Raumcode 360404 sowie Ihren Vornamen ein. Dann kann das Sprachcafé starten. Der Flyer zum Online-Sprachcafé kann hier heruntergeladen werden.

"P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit"

Der Arbeitsmarkteinstieg ist mit vielen Hürden verbunden. Das Projekt „P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH ist auf Menschen zugeschnitten, die bei der Arbeitsmarktintegration auf Unterstützung angewiesen sind. „P.I.A.“ begleitet neu zugewanderte Menschen in Hennigsdorf bei der Vermittlung der Fachsprache, beim Bewerbungscoaching sowie beim arbeitsmarktintegrativen Coaching für Sprachkursteilnehmende. Im Falle einer Beschäftigungsaufnahme werden die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer in einem Betrieb begleitet und zielführend unterstützt.

Die Maßnahme ist auch für diejenigen Personen geeignet, die bereits einen Integrations- und/oder Berufssprachkurs des BAMF besucht haben oder besuchen. Im Rahmen von „P.I.A.“ erhalten Sie Lern- und Alltagsunterstützung. Für die Projektteilnahme reichen die Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2.

Die Projektteilnahme kann durch einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) gefördert werden. Interessenten können sich dazu an das Jobcenter Oberhavel oder die Agentur für Arbeit wenden. Weitere Informationen zu „P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit“ erhalten Sie in der FAW gGmbH bei Frau Marquardt-Chia telefonisch unter 03302 20 93-23 oder per E-Mail unter peepee.marquardt-chia@faw.de.

Projekt "Let's start"

Die Bildungswerk Ruth Welling gGmbH hat auf die im Zuge der Coronapandemie gewachsenen Lerndefizite bei den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern reagiert und das Projekt Let´s start konzipiert, das nun an mehreren Grundschulen im Landkreis Oberhavel durchgeführt wird.

Frau Hendrich, Sie sind Vertreterin des Bildungswerks Ruth Welling in Oranienburg und haben das Projekt "Let´s start" mitentwickelt. Welche Ziele verfolgt das Vorhaben?
In unserem Projekt Let´s Start bieten wir zusätzlichen Unterstützungsbedarf zur Verbesserung der Sprach- und schulischen Basiskompetenzen an. Jedoch sind wir nicht nur Ansprechpersonen für die Kinder, sondern auch bei Bedarf für die Eltern und die Lehrkräfte, um zum Beispiel ein positives Lernklima zu schaffen oder auch die Lernkompetenzen der Schüler und Schülerinnen zu stärken.

Wie verläuft die Zusammenarbeit zwischen der pädagogischen Fachkraft, den Lehrkräften und den Schulsozialpädagogen?
Es erfolgt ein nach Bedarf gesteuerter Austausch mit den Lehrkräften und Schulsozialpädagogen, stets angepasst an den Bedarf des Kindes, wo zum Beispiel Lernstandsergebnisse, die Sprachförderung oder die Elternarbeit thematisiert werden.

Worauf legen Sie bei der Projektdurchführung besonderen Wert?
Der individuelle Lernstand der Kinder steht im Fokus. In unseren Nachhilfekursen arbeiten wir überwiegend mit spielerischen Ansätzen, um den verschiedenen Lerntypen gerecht zu werden und auch um einer möglichen Überforderung durch das zusätzlich Lernangebot entgegenzuwirken.

In Hennigsdorf läuft die Maßnahme an drei Grundschulen bereits seit einem Jahr. Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit sammeln können? Inwieweit ist es den pädagogischen Fachkräften des Bildungswerks Ruth Welling gelungen, im Projektverlauf zur Verbesserung der Leistungen der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler beizutragen?
Der große Erfolg des Let´s Start-Projekts zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass unser Angebot stetig erweitert wird, die Kinder mit Spaß und Freude in die Kurse gehen und es keine Abbrüche gibt. Die Erfolge der Kinder sind messbar durch eine höhere Sprachkompetenz, aktivere Mitarbeit im Unterricht und das Festigen von sozialen Bindungen in Schule und Hort. Der persönliche Erfolg  eines jeden Kindes wird sich im Gesamtergebnis des Endjahreszeugnisses abbilden. Die Sprachförderung durch Lesen, Hören und Verstehen wirkt sich nicht nur positiv in Deutsch, sondern auch in Mathematik und Sachunterricht aus.

Heimat 2.0 [on Tour!]

Das Projekt Heimat 2.0 [on Tour!] der Stiftung für Engagement und Bildung e.V. bringt die Themen Flucht, Migration und Integration in außerschulische Bildungseinrichtungen, Sportvereine sowie andere Freizeit- und Begegnungsräume. Im Rahmen der Workshops für Kinder ab 12 Jahren und Familien vermittelt das Projekt Wissen zu globalen Fluchtursachen und –bewegungen, fördert interkulturelle Kompetenzen und bietet Handlungsoptionen für die Stärkung des toleranten Miteinanders.

Heimat 2.0 möchte die Ankommenskultur für geflüchtete und migrantische Menschen stärken, Überwindung von Vorurteilen durch offene Gespräche mit Betroffenen erreichen und zivilgesellschaftliches Engagement im Landkreis Oberhavel fördern.

Darüber hinaus bietet Heimat 2.0 Workshops für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur selbständigen Umsetzung des Bildungsformats. Dabei werden Inhalte, Methoden, Arbeitsmittel und Lernziele vermittelt.

Das Vorhaben zeichnet sich durch eine dialogische, multimediale und spielerische Vermittlung von Wissen sowie eine Begleitung im Peer-to-Peer-Ansatz aus. Die Umsetzung des Projekts findet vor Ort oder im digitalen Rahmen statt. Die Projektdurchführung ist kostenlos. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://steb-ev.org/projekte#heimat-2-0-on-tour. Fragen zum Projekt beantwortet Frau Ehrlich. Ihre Kontaktdaten lauten:

Telefon: 0331 979278-27

E-Mail: l.ehrlich@steb-ev.org


Neustart des niedrigschwelligen Sprachkurses für traumatisierte Geflüchtete

In der Volkshochschule Oberhavel ist ein neuer niedrigschwelliger Sprachkurs für traumatisierte Geflüchtete gestartet. Die Maßnahme richtet sich an die Personen, die willens sind, Deutsch zu lernen, aber aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung einem herkömmlichen Kurs nicht folgen können. Der Dozent legt Wert auf positive Erfahrungen mit der neuen Sprache und nutzt verschiedene Methoden, um Entspannung bei den Teilnehmenden zu erzielen und Stress vorzubeugen.  

Der Kurs findet in Oranienburg, dienstags von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr und donnerstags von 15.00 bis 18.00 Uhr, statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen werden vom Migrationspsychologen, Herrn Dr. Ibaidi, telefonisch unter 03301 601 3904 oder per E-Mail unter Said.Ibaidi@oberhavel.de vorgenommen.

Bundesprogramm "Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Vor Ort. Vernetzt. Verbunden." (BGZ)

Im Rahmen des Bundesprogramms "Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden." (BGZ) besteht die Möglichkeit, Fördermittel für Projekte zur Verbesserung des interkulturellen Zusammenlebens in den Städten und Gemeinden, zur Begleitung des Spracherwerbs und zur Ermöglichung der Teilhabe zu beantragen.

Gefördert werden Projekte, die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund für ehrenamtliches Engagement begeistern und sie ermutigen, sich für ein gutes interkulturelles Miteinander einzusetzen. Im Rahmen der Vorhaben sollen die Kompetenzen von Teilnehmenden entdeckt und gestärkt werden.

Für eine Projektförderung können sich Vereine, Verbände, Vertriebeneneinrichtungen, Kirchen, anerkannte Träger der politischen Bildung, Migrantenorganisationen, Stiftungen, Kommunen und sonstige gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen bewerben, die in der Arbeit mit Zugewanderten tätig sind.  Zu den Zielgruppen der Projekte zählen erwachsene und jugendliche (Neu-)Zugewanderte mit dauerhafter Bleibeperspektive sowie Erwachsene und Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft, jeweils ab 12 Jahren.

Ausführliche Informationen zum Programm und zur Antragsstellung finden Sie auf dieser Webseite.

Änderung der Förderrichtlinie zur Durchführung von Integrationsmaßnahmen aus Mitteln der Integrationspauschale

Am 06.10.2021 hat der Kreistag die Änderung der Richtlinie des Landkreises Oberhavel zur Förderung der Integrationsmaßnahmen aus Mitteln der Integrationspauschale beschlossen. Demnach können die bislang nicht verwendeten Mittel aus der „kleinen“ Integrationspauschale, die den Städten und Gemeinden des Landkreises Oberhavel zur Verfügung stehen, auch in den kommenden Jahren (maximal bis zum Jahr 2024) verwendet werden. Die Änderung der Richtlinie steht auf dieser Webseite im Themenbereich Dokumente zu Herunterladen bereit.

Bildungsangebot des Vereins Bürgersinn Glienicke e. V.

Frau Seyboldt, Herr Berend, das Projekt des Vereins Bürgersinn Glienicke e. V. „Zentrale und Integrative Kontakt-/Hilfs-/ und Bildungsangebot“ (ZIHKB) wird demnächst starten. Die Maßnahme ist generationsübergreifend und richtet sich an Menschen mit und ohne Zuwanderungshintergrund. Welche Rolle spielt bei diesem Vorhaben die Integration von neu zugewanderten Menschen?

Man muss unser Projekt im Gesamttenor der Bemühungen unseres Vereins sehen. Im Gegensatz zu anderen Initiativen, die neu zugewanderte Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften begleiten, leben bei uns die begleiteten Menschen schon mehrere Jahre in Glienicke/Nordbahn in Wohnungen. Sie haben in ihrem privaten Umfeld, neben unserem Verein, Nachbarn, auch Glienicker Bürgerinnen und Bürger, gefunden, die sie unterstützen. Jedoch hatte und hat die Coronapandemie starke Auswirkungen auf unsere Pläne und wird sicher diese auch weiterhin behindern. Unser grundlegender Gedanke, gemeinsam etwas zu gestalten, entwickelte sich zum Plan „Gemeinsam in/für Glienicke“, den wir im vom Verein Bürgersinn Glienicke e. V.  getragenen Nachbarschaftstreff umsetzen. Ziel dieses Nachbarschaftstreffs ist es, allen Glienicker Bürgerinnen und Bürgern, dazu zählen auch Geflüchtete, Möglichkeiten zum Aufbau sozialer Kontakte, zur Hilfe im Alltag, zur Freizeitgestaltung anzubieten, kurz Integration zu erleben und zu gestalten. Dabei wurde das alte Projekt „KOMM AN!“, Treffpunkt Geflüchteter mit der ehemaligen Willkommensinitiative, die die Wurzel des Vereins Bürgersinn Glienicke ist, mit aufgenommen. Wir bieten im Rahmen des Nachbarschaftstreffs, ohne Mitglied in unserem Verein zu sein, die Möglichkeit sich an unseren Angeboten zu beteiligen beziehungsweise eigene Angebote zu machen, solange diese der Satzung unseres Vereines nicht zuwiderlaufen.

Kurzum, die Teilhabe von Geflüchteten und Neuglienickern spielt nach wie vor eine tragende Rolle, und war schon immer Teil unserer ehrenamtlichen Arbeit für ein gemeinsames, friedliches und freundliches Zusammenleben in Glienicke/Nordbahn.

Worauf können sich die Besuchenden des Sprachcafés freuen und was zeichnet das Sprachcafé im Nachbarschaftstreff besonders aus?

In Glienicke leben Menschen aus rund 50 verschiedenen Ländern. Alle Interessierten können sich darauf freuen, bei gemeinsamen Treffen mit anderen Menschen anderer Nationen trotz Sprachbarrieren zu kommunizieren und andere Kulturen kennenzulernen, zusammen die deutsche, aber auch andere Sprachen zu erlernen oder Kenntnisse zu vertiefen, Erfahrungen und Informationen auszutauschen, Integration zu ermöglichen und zu erleichtern und neue Freundschaften zu schließen. Das Sprachcafé bietet damit die Gelegenheit, ein tolerantes Miteinander zu entwickeln und auch Verständnis für andere Sichtweisen aufzubringen und es soll allen, die sich daran beteiligen wollen, Spaß machen. Vor allem aber ist es ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, generationsübergreifend in ruhiger und wohlwollender Atmosphäre ankommen und kommunizieren können. Das Sprachcafé bietet keine Kurse im klassischen Sinne oder Sprachprüfungsvorbereitung, es kann ein ergänzendes Sprachangebot zu Integrationskursen sein.
In Ergänzung zum Sprachcafé bieten wir sogenannte Sprachinseln an. Diese Sprachinseln sind Treffen in denen gemeinsam von Interessierten eine andere Sprache gesprochen wird. Hierbei spielen Sprachlevel keine Rolle, jeder ist in den Sprachinseln willkommen. Ziel unserer Sprachinseln ist es, bei gemeinsamen Treffen Glienicker Sprachinteressierter im Nachbarschaftstreff, zusammen, wenn immer möglich, mit einer Muttersprachlerin/einem Muttersprachler beziehungsweise einer Person mit hohem Sprachlevel ausschließlich in der jeweiligen Sprache in Kleingruppen zu kommunizieren.

Im Rahmen Ihres Bildungsangebots setzen Sie modernste Informationstechnik und –Anwendungen ein. Welche positiven Effekte erhoffen Sie sich davon?

In Ergänzung zum Sprachcafé und den Sprachinseln bieten wir eine multimediale IT-Ausstattung sowie eine anerkannte Sprachsoftware an, in der neben der deutschen Sprache auch weitere 23 Sprachen gelehrt und gelernt werden. Die Ausstattung ist nach Einweisung für Teilnehmer des Sprachcafés und der Sprachinseln beziehungweise unter Anleitung während der Öffnungszeiten des Nachbarschaftstreffs in Kleingruppen nutzbar. Unsere Ausstattung dient zum Erwerb von Grundkompetenzen in einer unbekannten Sprache, zur Auffrischung beziehungsweise Vertiefung von vorhandenen Sprachkenntnissen.

Was ist entscheidend für das Gelingen Ihres Projekts?

Der griechische Philosoph Aristoteles hat es so definiert: als Erstes benötigt man ein bestimmtes, klares, praktisches Ideal - ein Ziel. Als Zweites benötigt man die notwendigen Mittel, um sein Ziel zu erreichen - Weisheit, Geld, Material und Methoden. Als Drittes muss man seine Mittel dem Ziel anpassen. Ergänzend möchten wir hinzufügen, als Viertes muss es Interessierte geben, die unser Angebot nutzen wollen. Wir können dies nur anbieten.
  

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Am 01.09.2021 startet das neue Integrationsprojekt des Trägers GSM Group „@home - Wohnungscoaching“. Die Maßnahme hat das Ziel, neu zugewanderte Menschen, die in vorübergehenden Unterkünften untergebracht sind, mit individueller Beratung und Hilfsangeboten bei der Suche nach Wohnraum zu unterstützen. Der Coach unterstützt die Teilnehmenden bei allen Themen rund um eine Wohnung, sei es bei der Wohnungssuche, der Wohnungsbesichtigung oder bei der Organisation eines Ein-/Umzugs. Die Teilnehmenden lernen zum Beispiel, auf Wohnungsangebote mit einem aussagekräftigen Anschreiben zu reagieren.

Interessierte Personen haben die Möglichkeit, das Projekt im Rahmen eines persönlichen Gesprächs kennenzulernen. Sie können sich zur Terminvereinbarung bei Simone Rudoll melden.

Die Kontaktdaten lauten:

Simone Rudoll
Telefon: 03301 20 66 - 120
Handy: 0152 274 298 02
E-Mail: s.rudoll@gsm-group.de 

Anschrift: Bernauer Straße 100, Haus D, 16515 Oranienburg

Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Flyer.