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Integration

Im Landkreis Oberhavel leben viele neu zugewanderte Menschen, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind. Sie stehen vor der Herausforderung, Deutschkenntnisse zu erwerben, die Bestimmungen des Grundgesetzes kennenzulernen, neue Bekanntschaften zu schließen, den Arbeitsmarkteinstieg zu schaffen und zugleich ihre Kinder beim Ankommen im schulischen Alltag zu unterstützen.

Mit dieser Seite möchte der Fachbereich Soziales und Integration unter anderem:

  • über laufende, geplante und frei zugängliche Integrationsmaßnahmen informieren
  • gesetzliche Regelungen erläutern
  • auf Fördermittel für Integrationsmaßnahmen hinweisen
  • Angebote der non-formalen Bildungsarbeit präsentieren

Start des Projekts zur Arbeitsmarktintegration von Frauen und Mädchen

Am 01.02.2023 startet im Landkreis Oberhavel das Projekt „i-Punkt“ (Flyer). „i-Punkt“ soll einen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration von neu zugewanderten Frauen und Mädchen leisten und sie bei der Entwicklung von Lebens- und Berufsperspektiven unterstützen.

Austauschforum sowie Treffpunkt von „i-Punkt“ ist das Jobcafé als offenes Angebot für alle interessierten neu zugewanderten Frauen und Mädchen. Hier finden Netzwerkveranstaltungen, Erfahrungsaustausch sowie Networking mit relevanten Bedarfsträgern, Fachdiensten, Beratungsstellen und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern statt.

Zur Unterstützung der Integration der Teilnehmerinnen gibt es dreimal wöchentlich Gruppenangebote. Die Themen sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der neu zugewanderten Frauen und Mädchen. So werden im Rahmen der Gruppenangebote unter anderem Arbeitsmarktprogramme und Unterstützungssysteme im Schul- und Bildungswesen vorgestellt, Motivationsgespräche geführt sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besprochen. Darüber hinaus werden die Projektmitarbeitenden an interkultureller Kompetenzentwicklung der Teilnehmerinnen für das Berufsleben arbeiten. Die Vermittlung digitaler Kompetenz und der Informationen zum regionalen Weiterbildungs- und Arbeitsmarkt sind weitere Schwerpunktthemen von „i-Punkt“.

Interessierte Frauen und Mädchen ab 15 Jahren haben ab sofort die Möglichkeit, sich für die Projektteilnahme anzumelden.

Kontakt- und Anmeldeinformationen:
Frau Kirsch
Bernauer Straße 100
Haus D, 1.OG
16515 Oranienburg
Mobil: 01525 13545-44
E-Mail: judith.kirsch@mein-gsm.de
Sprechzeiten:
Montags und freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr

"SpielOrt Fürstenberg" – Integrationsprojekt für Mütter mit Kindern

Jeden Donnerstag von 15.00 bis 17.30 Uhr öffnet das Projekt "SpielOrt Fürstenberg" in der Pfarrstraße 1 seine Türen für die Kinder im Alter bis zwölf Jahre und ihre Eltern.

Als Anfang des Jahres 2022 die ukrainischen Mütter und Großmütter mit ihren Kindern in Fürstenberg ankamen, fiel Ehrenamtlichen auf, dass vor allem die kleineren Kinder völlig abwesend vor Handydisplay saßen und kaum anzusprechen oder zu freiem Spiel zu bewegen waren.

Vor diesem Hintergrund wollten engagierte Bürgerinnen und Bürger für Geflüchtete ein Angebot schaffen, das vor allem ohne jegliche digitalen Reize zu einem freien, altersgerechten Spiel einladen sollte. Nun läuft das Projekt bereits seit einigen Monaten und das Ziel der Organisatorinnen und Organisatoren, Kinder und Erwachsene zumindest für einige Stunden zueinander zu bringen, scheint geglückt zu sein.

Die Betreuung der Familien wird durch mehrere Projektmitarbeitende gewährleistet. Sie sorgt auch dafür, dass die Mütter beim „SpielOrt Fürstenberg“ eine zentrale Rolle spielen. Die Idee ist, dass das Zurückfinden zum heilsamen Spielen zwischen Müttern und Kindern wieder neu entsteht und für einen begrenzten Zeitraum all das Erlebte und Befürchtete einmal „draußen bleibt“ und keine Rolle spielt.

Die Mütter sollen ihren Blick wieder ganz bewusst auf ihre Kinder richten und so erleben, dass sie in dieser Rolle – trotz und gerade auch wegen der Fluchterfahrungen – mehr als gebraucht werden. Das gemeinsame Spiel hat so einen heilsamen Effekt für Mütter und Kinder. Hinzu kommt das Vernetzen der Mütter untereinander.

Die Organisatorinnen und Organisatoren von „SpielOrt Fürstenberg“ haben Ideen aus Waldorf- und Montessori-Pädagogik sowie von Emmi Pikler umgesetzt, um die Kinder auch grob- und feinmotorisch herauszufordern. Im Rahmen des Projekts werden gezielt Bücher und hochwertige Spielmaterialien eingesetzt. Zudem puzzeln, basteln und lesen die Projektmitarbeitenden mit den Kindern.  

Die am Projekt teilnehmenden Kinder – dazu zählen nicht nur ukrainische, sondern alle geflüchteten Kinder in der Stadt Fürstenberg – sollen sich durch die Erlebnisse im „SpielOrt Fürstenberg“ willkommen und angenommen fühlen. Dies ist nötig, damit sie sich gut integrieren, eine normale Kindheit haben und die durch die Flucht aufgerissenen Wunden verheilen. Damit die Integration und das Ankommen im Alltag gelingen, kommen zum „SpielOrt Fürstenberg“ auch einheimische Mütter mit ihren Kindern. Vom Austausch mit den einheimischen Teilnehmenden profitieren nicht nur geflüchteten Kinder, sondern auch deren Mütter. Deren sozialräumliche Integration wird durch den Austausch im „SpielOrt Fürstenberg“ auf diese Weise vorangetrieben.  

Kontaktdaten:
SpielOrt Fürstenberg
Pfarrstraße 1
16798 Fürstenberg/Havel
Frau Fauck
E-Mail: ulrike.fauck@googlemail.com

Integrationsprojekt zur psychosozialen Unterstützung psychisch beeinträchtigter Geflüchteter startet in Hennigsdorf

In Hennigsdorf ist das Projekt von KommMit e. V. zur psychosozialen Unterstützung psychisch beeinträchtigter Geflüchteter gestartet. Die Aufgabe der Projektmitarbeitenden wird darin bestehen, die Betreuungs-, Versorgungs- und Behandlungsbedarfe der geflüchteten Klientinnen und Klienten zu ermitteln. Die identifizierten Personen werden niedrig- und mittelschwellig, psychosozial, psychologisch sowie sozialpsychiatrisch unterstützt und betreut. Bei Bedarf erfolgen Maßnahmen zur Krisenintervention und Stabilisierung. Schwer belastete Geflüchtete werden ins psychotherapeutische und psychiatrische Regelsystem vermittelt. Das multiprofessionelle Team von KommMit e. V. wird eng mit der Migrationssozialarbeit des Landkreises Oberhavel zusammenarbeiten, enge Kontakte mit den Beratungsstellen aufbauen und sich mit dem lokalen medizinischen und psychosozialen Regelversorgungssystem vernetzen.

Kontaktinformation und Sprechzeiten:

Gemeinschaftszentrum Conradsberg
Parkstraße 39, 16761 Hennigsdorf
donnerstags: 10.00 bis 16.00 Uhr
freitags: 08.00 bis 15.00 Uhr

Es wird um Kontaktaufnahme per E-Mail gebeten:

Frau Stopfer (donnerstags): s.stopfer@kommmit.eu
Herr Partsikian (freitags): p.partsikian@kommmit.eu

Neue Regelungen zum Zugang zu Integrations- und Berufssprachkursen

Seit dem 01.01.2023 gibt es neue Regelungen beim Zugang zu Integrations- und Berufssprachkursen.

Den Zugang zu den Sprachkursen haben ab sofort:

  1. Asylsuchende - unabhängig vom Herkunftsland und „Bleibeperspektive, wenn das Asylverfahren noch nicht negativ und rechtskräftig abgeschlossen wurde. Diese Regelung wird vielen Bewohnenden in den GU´s die Möglichkeit eröffnen, sich zur Teilnahme an einem Integrationskurs anzumelden.
  2. Personen mit einem neuen Aufenthaltstitel nach § 104c AufenthG. Dies betrifft Gestattete und Geduldete, die seit fünf Jahren in Deutschland leben. Diese Personengruppe muss den neuen Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde beantragen – erst danach erfolgt der Zugang zum Integrationskurs.
  3. Personen mit einem Aufenthaltstitel nach § 24 AufenthG (vor allem ukrainische Geflüchtete)

Praktische Umsetzung:

  1. Die Zulassungsanträge werden ab dem 01.01.2023 in der Regionalstelle des BAMF in Brandenburg bearbeitet: Georg-Quincke-Str.1; 15236 Frankfurt/Oder
  2. Die in Nürnberg eingegangenen Anträge werden noch bearbeitet und nach neuer Rechtslage entschieden.
  3. Neu zugewanderte Personen, die einen Zulassungsantrag beim BAMF einreichen möchten, können sich an einen Kursträger im Landkreis Oberhavel wenden, der sie beim Ausfüllen des Antragsformulars unterstützen wird. Die Kontaktdaten der Kursträger sind auf www.oberhavel.de/integration in der Sprachkursübersicht zu finden.
  4. Asylbewerbende werden vom Kostenbeitrag für den Integrationskurs befreit, Geflüchtete aus der Ukraine erhalten in der Regel eine automatische Kostenbefreiung. Personen mit dem neuen Aufenthaltstitel nach § 104c (Chancenaufenthaltsgesetz) müssen die Kostenbefreiung beantragen
  5. Das neue Antragsformular kann hier heruntergeladen werden.
  6. Anerkannte Geflüchtete und EU-Bürgerinnen und -Bürger nutzen bitte weiterhin dieses Antragsformular.

Ausführlichere Informationen zu den neuen Regelungen ist hier zu finden.

Neustart des Interkulturellen Nachbarschaftstreffs Lehnitz

Neustart des Interkulturellen Nachbarschaftstreffs Lehnitz

Der Interkulturelle Nachbarschaftstreff Lehnitz (Mühlenbecker Weg 9h, 16515 Oranienburg – OT Lehnitz) ist zu Beginn des neuen Jahres mit Neuerungen in die Verlängerung gegangen. Ab sofort stehen der Bewohnerschaft des multikulturellen Quartiers zwei Vollzeitkräfte des Trägers PuR gGmbH zur Verfügung. Der Interkulturelle Nachbarschaftstreff wird von zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der Integrationsarbeit in der Stadt Oranienburg unterstützt.

Auch künftig können sich die Bewohnenden aus unterschiedlichen Kulturkreisen im Nachbarschaftstreff begegnen. Der Nachbarschaftstreff möchte das bürgerschaftliche Engagement und die Zusammenarbeit aller Generationen fördern. Unter dem Dach der Begegnungsstätte werden unter anderem Spielenachmittage, Interkultureller Frauentreff, Babytreff, Freizeitangebote für Kinder, Unterstützung bei Hausaufgaben, Ferienbetreuung, kreative Angebote für Erwachsene, informelles Kontaktangebot „Klatsch“, multikulturelles Kochen, Ausflüge, Selbsthilfegruppen, Unterstützung beim Ankommen neu zugezogener Bewohnenden und vieles mehr angeboten.

Kontaktdaten:

Nachbarschaftstreff Lehnitz (Stadt Oranienburg)

Mühlenbecker Weg 9h

Tel: 03301 / 579 64 40

E-Mail: nt-lehnitz@purggmbh.de

Internet: www.purggmbh.de

Öffnungszeiten:

Montag                         9.00 - 16.00 Uhr

Dienstag                       9.00 - 18.00 Uhr

Mittwoch                       9.00 - 18.00 Uhr

Donnerstag                   9.00 - 18.00 Uhr

Freitag                          9.00 - 18.00 Uhr

(sowie nach Vereinbarung)

Förderung geflüchteter Studienbewerberinnen und -bewerber aus der Ukraine

Geflüchtete aus der Ukraine mit einem Aufenthaltsstatus nach § 24 des Aufenthaltsgesetzes können beim Garantiefonds Hochschulbereich die studienvorbereitende Förderung beantragen. Anträge auf Förderung können online gestellt werden. Die Anmeldung zu einem Beratungsgespräch erfolgt hier. Gefördert werden unter anderem folgende Maßnahmen:

  • studienvorbereitende Deutschsprachkurse,
  • Kurse zum Erlernen der englischen Sprache,
  • Seminare, die auf das Studium und/oder besondere Bewerbungs- und Prüfungsseminare vorbereiten,
  • fachspezifische Vorbereitungskurse zum Studienkolleg und Studium,
  • Teilnahme an Kursen zur Erlangung der deutschen Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife.

Ausführliche Informationen in russischer und englischer Sprache finden Sie hier.

Möglichkeiten für den Spracherwerb

Die Übersicht der Sprach- und Integrationskurse wurde aktualisiert und kann auf dieser Webseite unter Dokumente heruntergeladen werden.

Die TüftelAkademie hat ein Bildwörterbuch erstellt, um ukrainischen Geflüchteten sowie freiwilligen Helferinnen und Helfern die Kommunikation untereinander zu vereinfachen. Das Bildwörterbuch kann hier heruntergeladen werden. 

Buchstaben.com hat in Zusammenarbeit mit Lehrkräften sowie ukrainischen Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern ein PDF-Lernheft entwickelt, das ukrainischen Geflüchteten die Grundzüge der deutschen Sprache leicht verständlich und übersichtlich näher bringen soll. Das Lernheft kann hier heruntergeladen werden.

Solange Sie noch auf den Start Ihres Integrationskurses warten, besteht die Möglichkeit, Deutsch mit Hilfe des kostenfreien Lernportals des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e. V. (www.vhs-lernportal.de) selbstständig zu lernen. Ab sofort sind alle Deutschkurse bis einschließlich Niveau B1 im vhs-Lernportal auch auf Ukrainisch verfügbar. Die Anmeldemaske, die Bedienoberfläche und alle Aufgabenstellungen wurden ins Ukrainische übersetzt. Zum Lernen werden lediglich ein Smartphone und ein Internetzugang benötigt. Zu jedem Deutschkurs gibt es zudem passende Apps, mit denen auch offline gelernt werden kann. Die Apps sind ebenfalls in einer ukrainischen Version verfügbar. Informationen zur Registrierung auch in ukrainischer Sprache finden Sie hier.

Lingoda bietet ebenfalls kostenlose Online-Kurse an. Die Kurse finden an sieben Tagen pro Woche statt. Jeden Tag zwei Mal: um 10.00 und 16.00 Uhr. Teilnehmende erhalten zudem kostenloses Lernmaterial. Interessenten können sich per E-Mail unter helpukraine@lingoda.com anmelden. Ausführliche Informationen in ukrainischer und russischer Sprache finden Sie hier.

Kostenlose Sprachkurse sowie Kurse zur beruflichen Orientierung bietet das Institut für Berufliche Bildung an. Ausführliche Informationen in deutscher und ukrainischer Sprache finden Sie hier.

Die kostenlose Sprachlern-App Babbel unterstützt Geflüchtete beim Spracherwerb. Ausführliche Informationen dazu in ukrainischer Sprache finden Sie hier. Eine weitere kostenlose Sprachlern-App ist Jicki. Informationen dazu in ukrainischer Sprache sind hier zu finden.

Finanzielle Unterstützung ehrenamtlicher Willkommensinitiativen durch die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Willkommensinitiativen können bei der Integrationsbeauftragten des Landes bis zu 2.000 Euro für die Durchführung von integrativen Veranstaltungen, Freizeitangeboten, niedrigschwelligen Beratungs- und Betreuungsangeboten, des Deutschunterrichts sowie für die Begleitung bei Behördengängen beantragen. Ausführliche Informationen zur Antragsstellung können hier aufgerufen werden.

Förderung von Integrationsmaßnahmen aus dem Europäischen Asyl-, Integrations- und Migrationsfonds (AMIF)

Die zur Verfügung stehenden Mittel aus dem AMIF können auch zur Aufnahme und Integration von Geflüchteten aus der Ukraine eingesetzt werden. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Informationsangebote und Übersetzungsleistungen sowie Einsatz von Sprachmittelnden im Zuge der Aufnahme, Versorgung und Erstintegration
  • Maßnahmen zur Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Schutzsuchenden
  • Betreuung schutzbedürftiger Migrantinnen und Migranten
  • Maßnahmen zur Förderung und Eingliederung von Frauen in die Gesellschaft
  • Kompetenzförderung der Eltern
  • Beratung, Betreuung, Begleitung und Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Angebote für die ältere Generation der Kriegsflüchtlinge
  • Förderung der aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
  • Stärkung des Ehrenamts
  • Ergänzende Maßnahmen zu Integrationskursen und zur Erstorientierung

Zur Zielgruppe der Integrationsmaßnahmen zählen neben den ukrainischen Geflüchteten auch Asylsuchende nach Artikel 16a, Personen mit Flüchtlingsstatus oder subsidiärem Schutzstatus im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU, anerkannte Asylberechtigte, Drittstaatsangehörige, die vorübergehenden Schutz im Sinne der Richtlinie 2001/55/EG genießen und Personen, die aus humanitären Gründen aufgenommen wurden. Darüber hinaus haben auch Personen mit einer Duldung, die eine Berechtigung zur Teilnahme an einem Integrationskurs bzw. Berufssprachkurs haben, den Zugang zu den Integrationsmaßnahmen. Möglich sind Maßnahmen, an denen sowohl EU-Bürger, als auch anerkannte Geflüchtete und geduldete Personen teilnehmen.

Zuwendungsempfangende Stellen können juristische Personen des öffentlichen und des Privatrechts sowie Personengesellschaften sein. Die zuwendungsempfangende Stelle ist für die Projektumsetzung verantwortlich und schließt gegebenenfalls Kooperations-vereinbarungen mit den am Projekt beteiligten Trägern.

Die maximale Projektlaufzeit beträgt 36 Monate. Die jährliche Mindestfördersumme beträgt 100.000 Euro. AMIF gewährt 75 % der förderfähigen Gesamtausgaben. Der Beitrag aus dem AMIF kann auf 90 Prozent der Gesamtsumme erhöht werden. Der Eigenanteil kann durch Drittmittel finanziert, jedoch nicht durch Sachleistungen erbracht werden. Förderfähig sind unter anderem Personal- und Honorarausgaben, Mietkosten sowie Verbrauchs- und Versorgungsgüter.

Die Genehmigung des Nationalen Programms für den AMIF steht noch aus, der Förderaufruf wird voraussichtlich im Mai 2022 veröffentlicht. Unabhängig davon ist es jedoch bereits jetzt möglich, im Rahmen des vorzeitigen Maßnahmenbeginns mit Projekten zu starten. Bei Fragen hierzu kann das für Brandenburg zuständige AMIF-Bewilligungszentrum kontaktiert werden. Alle Detail- und Kontaktinformationen können hier aufgerufen werden. Informationen zu möglichen Projekten für Menschen aus der Ukraine finden Sie hier.

"P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit"

Der Arbeitsmarkteinstieg ist mit vielen Hürden verbunden. Das Projekt „P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH ist auf Menschen zugeschnitten, die bei der Arbeitsmarktintegration auf Unterstützung angewiesen sind. „P.I.A.“ begleitet neu zugewanderte Menschen in Hennigsdorf bei der Vermittlung der Fachsprache, beim Bewerbungscoaching sowie beim arbeitsmarktintegrativen Coaching für Sprachkursteilnehmende. Im Falle einer Beschäftigungsaufnahme werden die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer in einem Betrieb begleitet und zielführend unterstützt.

Die Maßnahme ist auch für diejenigen Personen geeignet, die bereits einen Integrations- und/oder Berufssprachkurs des BAMF besucht haben oder besuchen. Im Rahmen von „P.I.A.“ erhalten Sie Lern- und Alltagsunterstützung. Für die Projektteilnahme reichen die Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2.

Die Projektteilnahme kann durch einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) gefördert werden. Interessenten können sich dazu an das Jobcenter Oberhavel oder die Agentur für Arbeit wenden. Weitere Informationen zu „P.I.A. - Perspektive. Integration. Arbeit“ erhalten Sie in der FAW gGmbH bei Frau Marquardt-Chia telefonisch unter 03302 20 93-23 oder per E-Mail unter peepee.marquardt-chia@faw.de.

Projekt "Let's start"

Die Bildungswerk Ruth Welling gGmbH hat auf die im Zuge der Coronapandemie gewachsenen Lerndefizite bei den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern reagiert und das Projekt Let´s start konzipiert, das nun an mehreren Grundschulen im Landkreis Oberhavel durchgeführt wird.

Frau Hendrich, Sie sind Vertreterin des Bildungswerks Ruth Welling in Oranienburg und haben das Projekt "Let´s start" mitentwickelt. Welche Ziele verfolgt das Vorhaben?
In unserem Projekt Let´s Start bieten wir zusätzlichen Unterstützungsbedarf zur Verbesserung der Sprach- und schulischen Basiskompetenzen an. Jedoch sind wir nicht nur Ansprechpersonen für die Kinder, sondern auch bei Bedarf für die Eltern und die Lehrkräfte, um zum Beispiel ein positives Lernklima zu schaffen oder auch die Lernkompetenzen der Schüler und Schülerinnen zu stärken.

Wie verläuft die Zusammenarbeit zwischen der pädagogischen Fachkraft, den Lehrkräften und den Schulsozialpädagogen?
Es erfolgt ein nach Bedarf gesteuerter Austausch mit den Lehrkräften und Schulsozialpädagogen, stets angepasst an den Bedarf des Kindes, wo zum Beispiel Lernstandsergebnisse, die Sprachförderung oder die Elternarbeit thematisiert werden.

Worauf legen Sie bei der Projektdurchführung besonderen Wert?
Der individuelle Lernstand der Kinder steht im Fokus. In unseren Nachhilfekursen arbeiten wir überwiegend mit spielerischen Ansätzen, um den verschiedenen Lerntypen gerecht zu werden und auch um einer möglichen Überforderung durch das zusätzlich Lernangebot entgegenzuwirken.

In Hennigsdorf läuft die Maßnahme an drei Grundschulen bereits seit einem Jahr. Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit sammeln können? Inwieweit ist es den pädagogischen Fachkräften des Bildungswerks Ruth Welling gelungen, im Projektverlauf zur Verbesserung der Leistungen der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler beizutragen?
Der große Erfolg des Let´s Start-Projekts zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass unser Angebot stetig erweitert wird, die Kinder mit Spaß und Freude in die Kurse gehen und es keine Abbrüche gibt. Die Erfolge der Kinder sind messbar durch eine höhere Sprachkompetenz, aktivere Mitarbeit im Unterricht und das Festigen von sozialen Bindungen in Schule und Hort. Der persönliche Erfolg  eines jeden Kindes wird sich im Gesamtergebnis des Endjahreszeugnisses abbilden. Die Sprachförderung durch Lesen, Hören und Verstehen wirkt sich nicht nur positiv in Deutsch, sondern auch in Mathematik und Sachunterricht aus.

Änderung der Förderrichtlinie zur Durchführung von Integrationsmaßnahmen aus Mitteln der Integrationspauschale

Am 06.10.2021 hat der Kreistag die Änderung der Richtlinie des Landkreises Oberhavel zur Förderung der Integrationsmaßnahmen aus Mitteln der Integrationspauschale beschlossen. Demnach können die bislang nicht verwendeten Mittel aus der „kleinen“ Integrationspauschale, die den Städten und Gemeinden des Landkreises Oberhavel zur Verfügung stehen, auch in den kommenden Jahren (maximal bis zum Jahr 2024) verwendet werden. Die Änderung der Richtlinie steht auf dieser Webseite im Themenbereich Dokumente zu Herunterladen bereit.